Eva Gentner

 

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Eva Gentner
Silent Spring
24. Juli – 20. September 2020
Karl Heinz Knoedler – Stiftung Schloss ob Ellwangen

Mit einer Vernissage vom Freitag, 24.7. bis Sonntag, 26.7. eröffnet die Karl Heinz Knoedler-Stiftung die Ausstellung Silent Spring der Künstlerin Eva Gentner.
Eva Gentner führt über das Wochenende durch die Ausstellung, die während ihres Artist-in-Residence-Aufenthalts im ehemaligen Atelier des Ellwanger Künstlers Karl Heinz Knoedler (1926 – 2000) im Schloss ob Ellwangen entstanden ist.
Die Ausstellung zeigt zwei Arbeiten der Künstlerin, die sich mit künstlerischer Freiheit, dem Wert der Kunst und deren Vergänglichkeit auseinandersetzen und ergänzt sie mit Skizzen, Zeichnungen und Unterlagen aus dem Archiv Karl Heinz Knoedlers.
Die Ausstellung ergänzt ein Online-Programm, das vier Dokumentationsvideos umfasst sowie Soundscaping-Aufnahmen für das Wissenschaftsprojekt Dawn Chorus und die Einbindung einer Augmented-Reality-App in der Ausstellung.



Im Frühjahr 2020 lud die Karl Heinz Knoedler-Stiftung die aus Ellwangen stammende, heute in Mannheim lebende Künstlerin Eva Gentner ein, sich mit dem Archiv des im Jahr 2000 verstorbenen Ellwanger Künstlers Karl Heinz Knoedler auseinanderzusetzen.
Der 1926 in Ludwigsburg geborene Knoedler studierte in Stuttgart und Paris. Er lebte und arbeitete über 40 Jahre im Schloss ob Ellwangen. Seine Arbeiten waren Gegenstand zahlreicher nationaler und internationaler Ausstellungen und sind in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen und im öffentlichen Raum vertreten. Nach seinem Tod gründeten seine Frau Anna Knoedler und die Stadt Ellwangen die Karl Heinz Knoedler-Stiftung, die sich dem Erhalt des vielfältigen Werks des Künstlers und der Förderung junger Künstler widmet.
Im März und Mai 2020, während das öffentliche und kulturelle Leben durch das Coronavirus fast zum Erliegen kam, begab sich Eva Gentner im Rahmen eines mehrwöchigen Aufenthalts auf die Suche nach den Spuren von Karl Heinz Knoedler an dessen ehemaliger Wirkungsstätte. Ihren Aufenthalt hat Eva Gentner mit vier Videos dokumentiert. Das Ergebnis des Aufenthalts ist Gegenstand der vom 24. Juli bis 20. September stattfindenden Ausstellung im ehemaligen Atelier von Karl Heinz Knoedler im Ellwanger Schloss. Eva Gentner ließ sich von mehreren fotografischen Studien von Karl Heinz Knoedler über Schleiereulen inspirieren. Schleiereulen wie auch Tauben, Hähne und Pelikane fanden immer wieder als Motiv Eingang in Knoedlers Werk und stehen hier symbolisch für Spiritualität und Naturnähe.
Eva Gentner fasst in ihren Arbeiten den Vogel als Symbol künstlerischen Schaffens im Allgemeinen auf. „Metaphorisch vereint er Unabhängigkeit, Unverständnis und Ungebundenheit. Der Vogel verkörpert die Freiheit der Kunst.“

Eva Gentner arbeitet hauptsächlich situativ und konzeptionell, ihre Werke sind meist vergänglich, ortsbezogen und subtil politisch. Die Ausstellung zeigt die zwei neusten Arbeiten der Künstlerin, die während ihres vierwöchigen Aufenthalts im Schloss entstanden sind. Beide bestehen ausschließlich aus Materialien aus dem Archivbestand und beschäftigen sich mit den Fragen:
„Was bestimmt den Wert künstlerischer Handlung?
Was verbleibt von den Freiheiten der in Knoedlers Archiv verborgenen Werte?
Und wie können neue Situationen geschaffen werden, die die Entstehung künstlerischer Freiheit begünstigen?
Was tun, damit das Zwitschern nicht aufhört?

Mit dem Ausstellungstitel Silent Spring weist Eva Gentner augenzwinkernd auch auf die Coronazeit hin, die viele Menschen zum Anlass nahmen, sich in der Natur aufzuhalten sowie darauf, dass Forscher zugleich durch das Ausbleiben menschlicher Belastung eine Erholung der Natur feststellten. Silent Spring lehnt sich an den gleichnamigen Titel eines Buches der amerikanischen Biologin Rachel Carson an. Darin prognostiziert Carson ein Aussterben vieler Vogelarten auf Grund von Umweltgiften und vermutet in der Zukunft ein Ausbleiben des Vogelgezwitschers. Es erschien im Jahr 1962 und gilt als ein Ausgangspunkt der weltweiten Umweltbewegung.

Während ihres Aufenthalts im Schloss nahm Eva Gentner an dem Wissenschaftsprojekt Dawn Chorus teil. Wissenschaftler nutzen die „Corona-Ruhe“, also den fehlenden menschenverursachten Lärm, um Audioaufnahmen vom frühmorgentlichen Vogelgesang zu sammeln und zu kartografieren. Über 11000 Aufnahmen aus der ganzen Welt sind seit Mai 2020 in einer Datenbank für Biodiversität zusammengetragen worden und dienen in den kommenden Jahren als Vergleichsbasis. Das von Eva Gentner dokumentierte Vogelgezwitscher aus dem Ellwanger Schloss ist abrufbar unter:
https://www.dawn-chorus.org/sound/birdsong_11102-vogelstimme_11102/

Die Besucher der Ausstellung sind außerdem dazu eingeladen die kostenlose App Artivive in der Ausstellung zu nutzen. Mit Hilfe der App können im Archivmaterial per Smartphone kleine „Augmented-Reality“-Beiträge der Künstlerin entdeckt werden.

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Statt einer feierlichen Vernissage eröffnet die Ausstellung über das Wochenende vom 24.07.- 26.07.2020. Die Künstlerin ist anwesend und wird jeweils kleinere Besuchergruppen durch die Ausstellung führen. Für den Besuch der Ausstellung wird auf die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln hingewiesen. Besucher werden insbesondere gebeten, den Mindestabstand von 1,50m einzuhalten und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Geöffnet ist die Ausstellung am Eröffnungswochenende wie folgt:
Freitag, 24.7. von 18–22 Uhr
Samstag, 25.7. von 11–20 Uhr
Sonntag, 26.7. von 11–17 Uhr

Eva Gentner
Silent Spring
24.07. – 20.09.2020
Reguläre Öffnungszeiten
Sa. und So. 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr


Augmented Reality App Artivive Dokumentation:






Ausstellungsansichten: